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blumi1
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Männer
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Männerakt-Fotografie aus der Optik einer Frau: Herlinde Koelbls Blick auf den nackten Männerkörper provoziert nachhaltig. Schon allein die Tatsache, dass der 1984 veröffentlichte Fotoband nun neu aufgelegt wurde, zeigt die immer noch gegebene Aktualität dieses Buches, das mit Recht als Klassiker bezeichnet werden kann. Der Vergleich mit Robert Mapplethorpe drängt sich fast unweigerlich auf. Aggressivität, Stilisierung, Understatement, Erotik: Mapplethorpes Aufnahmen unbekleideter Schwarzer -- man denke vor allem an seine Skandalsequenz Black Book -- hat die Aktfotografie in ästhetischer und thematischer Hinsicht radikal verändert. War dort das Grenzüberschreitende vor allem die "weiße" Perspektive, die sich auf das "schwarze" Objekt richtet, setzt Koelbl sich über eine andere festgeschriebene Grenze hinweg. Nicht die Frau ist das Objekt des männlichen Auges, sondern sie schaut selbst. Sie schaut zurück, wenn man so will, auf den Mann und fragt, "wann ist ein Mann ein Mann?" (so der Titel eines dem Band angefügten Essays von Cora Stephan). Und Klaus Honnef behauptet in seinem einführenden Beitrag gar, dass der "'normale' heterosexuelle Betrachter" sich verunsichert fühlt. Warum ist dem so?
Zum einen liegt das an Koelbls Neugier. Sie zieht den männlichen Körper nicht nur aus, sie schaut ihn sich genau an, bis in jede Ritze und Öffnung. Obwohl sie mit Maskierungen und symbolträchtigen Accessoires wie Messern, Seilen, Federn, Hähnen arbeitet und damit eine gewisse Distanzierung wie auch Ironisierung intendiert, steht dahinter nicht die Aussage, dass jeder Phallus ein Machtinstrument zur Unterdrückung der Frau ist. Koelbl zeigt vielmehr die Verletzlichkeit des Mannes, die Diskrepanz zwischen seiner gesellschaftlichen Machtposition und seiner privaten Lust.
Und zum anderen irritieren die Fotos besagten Betrachter gerade wegen dieser Lust. Denn, anders als der meist verschämt abgewandte Blick des weiblichen Aktmodells, sind diese Männer sich der auf sie gerichteten Kamera völlig bewusst. Sie genießen es, angeschaut zu werden und schauen lustvoll zurück. Das baut einen Dialog zwischen Objekt und Betrachter auf, der in der Tat den 'normalen' heterosexuellen Mann verunsichern mag. Frauen und Schwule hingegen schmunzeln ob dieser Verunsicherung und können Koelbls Fotos vorurteilsfreier begegnen. --RJ Poole -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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